Videos Circular City Week Video

Im Rahmen des Vernetzungsprojektes COST Circular City  wurde das Circular City Video erstellt, um zu zeigen, dass die kreislauffähigen Städte von morgen schon heute langsam Wirklichkeit werden. Finden Sie hier Beispiele aus Österreich, Portugal, den Niederlanden und einige mehr.

www.circular-city.eu

Circular City Week Video

Videos Was ist DIRECT HUBS? Das Video zum Projekt.

DIRECT HUBS- Das Projektvideo

Wie kann nachhaltige Ernährung in der Stadt von morgen aussehen? Können Nähstoffe aus der Stadt in der Stadt sinnvoll verwertet werden? Das und noch vieles anderes fragen wir uns im Projekt DIRECT HUBS und arbeiten an Konzepten zur Umsetzung von „Kreislauf-Hubs“ in österreichischen Städten.

 

DIRECT HUBS- Das Projektvideo

News Impact Cafe Stakeholderworkshop

Am 20. September 2021 haben wir im Rahmen eines Stakholderworkshops das Projekt DIRECT HUBS und seine ersten Ergebnisse bei der öffentlichen Veranstaltung im Impact Hub Wien vorgestellt.

Neben der Projekt- und Konzeptvorstellung der Kreislauf-Hubs in Städten, konnten wir beim Workshop – mit anschließendem Netzwerken bei Brot und Wein – mit vielen Expert:innen und Interessierten aus den unterschiedlichsten Bereichen Lösungsansätze für derzeitige Hindernisse bei der Umsetzung von Kreisläufen in Städten diskutieren.

Für eine weitere Vernetzung online, laden wir Sie auch herzlich zu unserer LinkedIn Gruppe ein.

Ergebnisse aus den Diskussionsrunden um das Thema Kreislauffähige Ernährung in Städten

Unter diesem Link Direct Hubs_impact café  können Sie die Zusammenfassung der Diskussionsrunden zum den Themen

  • Potential und Umsetzung: innovative Technologien und rechtliche Rahmenbedingungen
  • Best Practices und Social Entrepreneurship
  • Leerstand und suboptimal genützte
  • Infrastruktur
  • Networking und Kommunikation

nachlesen.

Direct Hubs-Impact Cafe Ergebnisse
alchemia-nova

Das Impact Café wurde von alchemia nova GmbH und dem Zentrum für Soziale Innovation (ZSI GmbH) in Wiener Impact Hub durchgeführt.

Das Projekt DIRECT HUBS wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „energy transition 2050“ durchgeführt.

 

 

Impact Cafe Stakeholderworkshop

News Wie wird die Stadt satt? Symposium

Am 25.11.2021 veranstaltete die VHS Linz in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule OÖ und dem Klimabündnis ein online Symposium zum Thema „Wie wird die Stadt satt“.
Wir waren dabei und haben den spannenden Vortragenden gelauscht.

Den Anfang machte Phillip Stierand, Raumplaner und Experte für kommunale Ernährungspolitik. Er sprach über die Initiativen in Deutschland und stellte das spannende Projekt Kantine Zukunft vor, eine Initiative, die sich die nachhaltige Transformation der Berliner Gemeinschaftsgastronomie zur Aufgabe gemacht hat und die Berliner Methode entwickelte.

Das Ziel ist unter anderem die Gemeinschaftsverpflegung zu 60% auf Bio umzustellen. Im Vergleich dazu steht Wien gar nicht schlecht da zB gibt es hier schon jetzt bei derSchulverpflegung einen 50% Bio-Anteil.

Stierand ist Autor des Buches Speiseräume: die Ernährungswende beginnt in der Stadt und vertrat bereits 2014 die These, dass in der Stadt über die Zukunft der Landwirtschaft entschieden wird. „Ernährung gehört dringend in die Kommunalpolitik und Stadtplanung„dem können wir nur zustimmen.

Im zweiten Vortrag: die essbare grüne Stadt erzählte Biologin Suzanne Kapelari von der Universität Innsbruck von erfolgreichen Bildungsprojekten unter anderem mit Schulgärten. Laut Kapelari ist Ernährung ein gutes Vehikel für Bildungsprogramme. Sie betonte auch die Wichtigkeit des kulturellen Aspekts bei diesem Thema und dass man im Bildungsbereich bewusst auf die kulturellen Hintergründe schauen muss.
Mit Ihrem Statement: „Jede Pflanze zählt in der Stadt“ sprach sie uns aus dem Herzen.

die essbare grüne Stadt

Abgerundet wurde der Abend mit dem Beitrag von Landschaftsplanerin Rita Krenn über Landwirtschaftliche Freiräume in der Stadt – mehr als „nur“ Gemüseanbau, indem die Freiflächen in Linz genau unter die Lupe genommen wurden.

Nachschauen kann man das Symposium in Kürze auf DORF TV – Channel Education TV / Wissensturm Linz

Im Programm Klimabündnis im Wissensturm gibt es weitere spannende Veranstaltungen zu finden, zB am 24.1.2021 zum Thema: Abfall – gibt es den? 

die essbare grüne Stadt

Stories Soilful – regenerative Marktgärtnereien in deiner Nähe

Die Versorgung mit regionalem Gemüse ist für immer mehr Menschen ein Anliegen. Für Soilful sind Marktgärtnereien ein Teil der Antwort, wie die Bevölkerung mit hochwertigem Gemüse nachhaltig versorgt werden kann. Aber das Konzept von Soilful geht noch weiter: Soilful möchte eine Genossenschaft gründen, die Marktgärtnereien vernetzt und unterstützt. Ein interessantes Projekt haben wir uns gedacht und Stefan Faatz-Ferstl von Soilful interviewt.

Zu der Idee kam es Anfang des Jahres 2021, aber das Team von Soilful beschäftigt sich schon lange mit dem Konzept regenerative Landwirtschaft. Viele solidarische Landwirtschaften sind gerade im Entstehen, durch den Austausch und Zuhören erkannte Stefan Faatz-Ferstl, dass alle auf dieselben Herausforderungen stoßen: „Mit dem hohen Risiko auf der einen Seite, mit der Komplexität auf der anderen Seite, müssen sie einerseits eine Community mit ErnteabnehmerInnen aufbauen, eine Website schaffen, eine Finanzierung aufstellen und dann auch noch das Gemüse produzieren, das ist einfach zu viel für 3-4 GärtnerInnen.‘‘


Also kam ihm der Gedanke, den MarktgärtnerInnen durch eine Genossenschaft einen Teil dieser Aufgaben abzunehmen. Durch das Soilful-Netzwerk wird auch ein resilientes System geschaffen, in dem die MarktgärtnerInnen eine kompetenzbasierte Bezahlung erhalten und die Genossenschaft das Risiko trägt. Die Vision ist Plätze zu schaffen, die nicht nur Orte der landwirtschaftlichen Produktion sind, sondern auch Orte der Begegnungen, bei denen Menschen sich treffen, mithelfen können und den Bezug zur Natur nicht verlieren. Es können dort auch Co-Working spaces entstehen oder Restaurants. Ideen gibt es viele.

Das Netzwerk beginnt bei den autonomen Marktgärtnereien, der kleinsten Einheit bestehend aus 3-4 GärtnerInnen. Diese versorgen jeweils bis zu 200 Familien und sind verbunden durch ein Food Hub mit 8-10 weiteren Marktgärtnereien aus dem Umfeld. In diesen Food Hubs gibt es Infrastruktur zur Weiterverarbeitung, Lagerung aber auch Jungpflanzenaufzucht oder Kompostierung kann dort geschehen. Mehrere dieser Hubs können um Städte herum entstehen und sind über die Genossenschaft verbunden.


Es sollen sich sowohl bestehende Landwirtschaften anschließen als auch Neugründungen unterstützt werden. Den Vorteil den alle in diesem Netzwerk genießen: es wird unter einer Marke vermarktet, viele Aufgaben aber auch gewisse Infrastrukturen können geteilt werden (Marketing, Netzwerkaufbau, Know How, Kühlräume etc.) und das finanzielle Risiko wird von allen getragen.

Für die Neugründung einer Marktgärtnerei wird mit Investitionskosten in Höhe von 140.000 € gerechnet, sagt Stefan. „Durch die Förderungsschiene soll die Genossenschaft finanziert werden, für die Farmen entwerfen wir gerade ein Corporate Sponsorship Modell und eine zusätzliche Finanzierung sind die Genossenschaftsbeiträge.‘‘ Der Break-Even wäre bei 5-6 gut laufenden Farmen erreicht.


Natürlich stößt ein solches Vorhaben auch auf viele Herausforderungen. Die Förderpolitik ist auf Großfarmen und technologische Innovationen ausgelegt, meint Stefan, „Wenn wir eine Drohne hätten, die mit Lasern auf Beikraut schießt, dann hätten wir sofort eine Förderung. Das Umfeld ist challenging. Wenn man Landwirtschaft neu denken mag und sagt man will Landwirtschaft mit einem Community-Gebäude koppeln, wo Co-working drin stattfindet, dann wird’s baurechtlich auch schnell einmal schwer.‘‘ Es braucht also viel Kreativität, um damit umzugehen aber die haben Stefan und sein Team.

Es gibt schon viele weitere Visionen, zur Schließung von Kreisläufen sowie zur Erhebung einer Datenbasis zu Bodenqualität und Niederschlagsmengen. Die nächsten Schritte sind nun aber erstmal die Gründung der Genossenschaft, bisher ist Soilful noch ein Verein. Anfang 2022 startet die   Zusammenarbeit mit der bereits bestehenden solidarische Landwirtschaft LeGuLa, die als Pilotfarm dient und es werden Erkenntnisse für zukünftige Strukturen gesammelt.

„Eigentlich ist die Kernfrage, die ich beantworten möchte, wie kann ich Biodiversität aufbauen, Boden guttun und gleichzeitig wirtschaftlich handeln.‘‘

Bisher gab es viel positives Feedback aus der Szene, meint Stefan. Am 14. Dezember wird das Soilful Launch-Event stattfinden, da sind alle interessierten Leute herzlich eingeladen teilzunehmen, Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen! Zur Anmeldung geht es auf der Webseite: www.soilful.net.

Wir sind dabei und denken das ist ein zukunftsweisendes Vorhaben!

20.12.2021

Stories Zukunftshof – gelebte Kreislaufwirtschaft in Wien

Der Zukunftshof – ein Ort der gelebten Kreislaufwirtschaft entsteht in WienDas Projekt DIRECT HUBS dreht sich um Kreislaufhubs als Orte, an denen Abfälle als Ressourcen gesehen und auf innovative Weise weiterverwendet werden. Ein Leuchtturm Projekt der kreislauffähigen Stadtlandwirtschaft entsteht derzeit im Süden Wiens.

Der Zukunftshof vereint alle DIRECT HUBS Leitprinzipien: kreislauffähig, partizipativ und naturbasiert auf beispielhafte Weise. Der Zukunftshof in Rothneusiedl hat sich zum Ziel gesetzt einen Ort der Ressourceneffizienz und kreislauffähigen Landwirtschaft zu schaffen und dieses Wissen zu verbreiten. Denn laut Andreas Gugumuck, Stadtlandwirt und Obmann der Zukunftshofgenossenschaft, liegt die Zukunft der Ernährung in der Stadt.

Der Zukunftshof liegt an der südlichen Stadtgrenze Wiens, umgeben von 100ha Ackerland, dem Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl. Vorreiter war der ehemalige Haschahof in Favoriten schon immer. Im Jahr 1987 stellte der Haschahof, als einer der ersten Wiener Landwirtschaftsbetriebe, auf biologischen Landbau um und war seit 1991 ein anerkannter Biobetrieb mit Rindern, Schafen, Hühnern, Getreide- und Gemüseanbau. Von Anfang an wollte man die KundInnen möglichst nah an den Ursprung der Nahrungsmittel heranführen. So wurden ab dem Jahr 1987 Pflückgärten angeboten und der Hof wurde zum größten Selbsternteprojekt Wiens durch das sich tausende WienerInnen mit frischen Lebensmitteln selbstversorgten. Nachdem ein Abriss nach dem Verkauf 2014 an die Stadt Wien (wohnfonds wien) verhindert werden konnte, wurde nach jahrelangem Leerstand 2018 der Verein Zukunftsraum Rothneusiedl gegründet. Das vorgeschlagene Nutzungskonzept des Vereins Zukunftsraum Rothneusiedl gewann den Ideenwettbewerb der Stadt Wien und dadurch ein Nutzungsrecht für den Hof für die kommenden 25 Jahre! Der Hof, als Ort an dem etwa 100 Menschen die Zukunft mitgestalten, wurde umbenannt in den Zukunftshof, dessen Nutzungskonzept seither konkretisiert und für die Umsetzung vorbereitet wird. Die Akteur*innen beschäftigen sich dabei auch mit nachhaltiger Energie-Produktion und innovativer Wasserwirtschaft.

©_2020 vertical farm institute

Die Idee der Kreislaufwirtschaft spiegelt sich im gesamten Nutzungskonzept des Zukunftshofes wieder! So sollen Ressourcen gespart und wo möglich wieder verwendet werden. Durch die angestrebte Stadtlandwirtschaft werden Lebensmittel am Ort des Konsums nach dem „farm to table-Prinzip“ produziert, denn die Stadt der Zukunft ist eine Stadt der kurzen Wege. So werden Transportwege gespart und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Im vorgesehenen Restaurant für 200 Personen sollen vor allem Produkte der geplanten „Vor-Ort-Produzenten“ wie die Wiener Schnecken, Insekten der livin farms, Pilze von Hut und Stiel und Fische sowie Gemüse von blün und der vertikalen Landwirtschaft angeboten werden. Der Zukunftshof macht die Idee der essbaren Stadt unmittelbar greifbar.

urban farming Zukunftshof
©_2020 vertical farm institute

Auch die Energie, die sonst bei der Produktion z.B. in der vorgesehenen Bäckerei in Form von Wärme „verpufft“ wird durch ein Niedrigtemperaturnetz durch den ganzen Hof geleitet und verwendet, wo sie gebraucht wird wie z.B. beim Beheizen der Fischbecken oder der Hallen für die Insektenproduktion.

©_2020 vertical farm institute

Der Verein Zukunftsraum Rothneusiedl bezog die umgebenden BewohnerInnen in die Ausgestaltung des Nutzungskonzeptes mit ein und der Hof soll auch im Sinne der DIRECT HUBS Leitprinzipien in Zukunft ein Ort der Partizipation und Gemeinschaft sein.
Der Zukunftshof als Leuchtturm für Kreislaufwirtschaft soll als Stadtlabor fungieren und die Bewohner des Stadtentwicklungsgebietes für die Schließung von Kreisläufen in der Stadt Wien begeistern und die Vision einer Stadt, die das Klima schont, Biodiversität fördert und möglichst wenig Müll hinterlässt fördern. Wir sind gespannt auf die Umsetzung der tollen Konzepte.
Mehr Infos gibt es hier:  https://www.zukunftshof.at/

20.12.2021

Zukunftshof

Stories Livin Farms – “A Zero Waste Gschicht“

Wer hätte gedacht, dass Insekten die Lösung so vieler Probleme gleichzeitig sein können! Wir haben Katharina Unger, Gründerin von Livin Farms dazu interviewt und gefragt wie Unternehmen aus Abfällen Gewinn machen können und schon Kindern ein Verständnis für Ökosysteme und Stoffkreisläufe vermittelt werden kann. Alles mit Hilfe von Insekten.

Mit der Idee und den ersten Prototypen begann es 2013. Die Vision von Katharina Unger, der Gründerin von Livin Farms, war damals “Feeding the world while saving the planet“.  Auch wenn heute acht Jahre später eher Futtermittel als wie ursprünglich Lebensmittel, im Mittelpunkt des Unternehmens stehen, der Slogan trifft nach wie vor zu.

Katharina wuchs tier- und naturverbunden auf einem Bauernhof im Südburgenland auf. Als sie in Hong Kong ein Praktikum in Industrial Design machte und sie durch die Märkte in der Stadt lief, kam ihr die Frage woher nur all die Nahrungsmittel kommen. Daheim auf dem Land entstanden die Lebensmittel direkt vor ihrer Haustür, in eine Millionenmetropole jedoch muss alles importiert werden. Dass dies nicht nachhaltig und auf Dauer nicht haltbar ist, war ihr klar. Mit dem Ziel zur Lebensmittelsicherheit und der Kreislaufwirtschaft beizutragen, begab sie sich in die Branche der Insektenzucht.

“Durch Insekten können mit wenig Ressourcen hochwertige Proteine gezüchtet werden. Die Insektenzucht braucht kaum Platz, durch sie können Reststoffe wasser- und energiesparend zu hochwertigen Futtermitteln aufgewertet werden.“ In der Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie und den Städten fallen jährlich tausende Tonnen biogener Reststoffe an. Diese werden häufig einfach entsorgt, wobei wertvolle Inhaltstoffe verloren gehen und unnötige Kosten entstehen. Livin Farms bietet eine Alternative für Unternehmen wie sie durch Insektenzucht mit ihren Reststoffen Gewinn machen können und gleichzeitig zur Kreislaufwirtschaft beitragen.

HivePRO © Livin Farms

Der Hive Pro wurde 2021 gelaunched. Es handelt sich um eine industrielle Anlage für die Insektenmast. “Wir bieten das Know-how, die Anlagen und die Babylarven. Die Kunden sparen Emissionen ein und generieren Umsätze denn der Markt für Futtermittel ist groß.“, erklärt Katharina. Beispielsweise Reststoffe aus der Bio-Ethanol Herstellung, der Futter- und Lebensmittel Produktion, können direkt im Unternehmen zu Proteinen, Fetten und Dünger umgewandelt werden. Eine durchschnittliche Hive Pro Anlage hat eine Kapazität von jährlich 4-8 tausend Tonnen Input anReststoffe umzuwandeln. Produziert werden dabei zwischen 100-300 Tonnenhochwertiges  Futtermittel  sowie   als  Nebenprodukt  mehr als tausend TonnenFrass, welcher als Dünger weiterverkauft werden kann.

“Die Larven der schwarzen Soldatenfliege, auf die unsere Anlagen ausgerichtet sind, dürfen in der EU in der Schweine- und Hühnermast, der Fischzucht sowie an Haustiere wie Hunde und Katzen verfüttert werden.“ Gesetzliche Restriktionen liegen im Substrat, dieses muss Futtermittelkonform sein. Somit kann nicht einfach der Inhalt der Biotonne an die Larven verfüttert werden. Dieser wäre zwar ein ideales Futter für die Larven, allerdings kann es durch Fehlentsorgung zur Eintragung von Schadstoffen oder Pathogenen kommen, die nicht in die Lebensmittelkette gelangen sollen.

Dem Hive Pro sind jedoch schon einige kleinere Modelle Vorrausgegangen. Beispielsweise vermarktet Livin Farms auch den Hive Explorer welcher als Aufklärungstool der Bewusstseinsbildung an Schulen und im Zuhause dienen soll. “Junge Menschen brauchen ein Medium, um abstrakte Zusammenhänge zu verstehen, dafür sind Insekten bzw. unser Hive Explorer ein sehr gutes Tool.“ Die Kinder können damit spielerisch lernen Prozesse zu verstehen, dass Insekten verschiedene Lebensstadien haben und dass es in der Natur keine Abfälle gibt, sondern Kreisläufe, in denen alles einen Wert hat.

Hive Explorer © Livin Farms

Auch wenn es um Insekten geht, welche kein zentrales Nervensystem haben und Schmerzen und Emotionen vermutlich nicht wie Wirbeltiere wahrnehmen, ist das Tierwohl und die Tiergesundheit wesentlich. “Es ist uns wichtig zu schauen was vertretbar ist und was nicht, besonders bei der Tötung der Tiere.“ Livin Farms ist auch Mitglied der internationalen Plattform für Insekten als Futter- und Lebensmittel (IPIFF).

Im Jahre 2022 werden die ersten großen Kundenprojekte mit dem Hive Pro umgesetzt, die Demonstrationsanlage ist seit diesem Jahr für BesucherInnen eröffnet. Für Unternehmen mit einem aufkommen an organischen Reststoffen gibt es auf LivinFarms.com die Möglichkeit über ein Online-Formular einen Kostenvoranschlag für den Hive Pro zu erhalten.

Wir finden den Bildungsgedanken und das Zero Waste Prinzip von Livin Farms inspirierend und denken, dass Umweltbildung nicht früh genug beginnen kann.

13.1.2022

Stories organische Abfälle im Kreislauf führen

Weltweit gibt es eine wachsende Zahl an Beispielen für die Nutzung organischer Abfälle zur Herstellung von neuen Rohstoffen und Energie. Der ökonomische Nutzen ist neben dem ökologischen dabei nicht zu unterschätzen. Abfall ist quasi gratis und kann doch in wertvolle Ressourcen umgewandelt werden. Hochwertiger Kompost, lokal hergestellt, bietet viele Möglichkeiten Städte nachhaltiger und ressourcenunabhängiger zu gestalten und ist ein wichtiger Aspekt der kreislauffähigen, urbanen Entwicklung.

Gut ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landet jährlich auf dem Müll. Dazu kommt, dass diese Abfälle nur unzureichend wiederverwertet werden und oft im Restmüll und somit auf der Deponie, oder in Müllverbrennungsanlagen landen, wo wertvolle Nährstoffe kontaminiert werden und verlorengehen.

Österreichische Haushalte werfen jährlich insgesamt 157 Tausend Tonnen angebrochene und original verpackte Lebensmittel weg. Dabei handelt es sich häufig um noch genießbare Nahrungsmittel, die bei richtiger Lagerung und durch Weiterverarbeitung gerettet werden könnten. Weitere Ursachen sind, schlechte Planung, der Kauf von zu großen Mengen, oder der Irrglaube, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum ein Verfallsdatum darstellt.


Die Stadt Wien bemüht sich unter dem Motto Biokreislaufwirtschaft um die Rückführung von organischen Abfällen in den Produktionsprozess. Dass Abfälle als Energieressourcen genutzt werden, zeigen u.a. die Verbrennungsanlagen der Wiener Fernwärme. Biogene Abfälle können jedoch vielfältiger genutzt und durch effektive Wiederverwertung zu Sekundärressourcen werden, die wieder im produktiven Kreislauf eingesetzt werden können. Kompost als Dünger, Gärungsgase als Energielieferanten, Holzschnitt aus dem Garten als Brennstoff und vieles mehr. Damit soll die Menge an Restmüll und somit unverwertbarem Abfall, minimiert werden.

Bioabfälle, die nicht für die Kompostierung geeignet sind, wie z.B. Speisereste aus der Küche, werden zum Teil in der Vergärungsanlage, Biogas Wien, zu Biomethan umgewandelt. Zurzeit werden dafür Küchenabfälle von bestimmten Gastronomiebetrieben und Großküchen, sowie Anteile aus den Biotonnen der innerstädtischen Bezirke verwertet. Es liegt also durchaus noch Potenzial im Ausbau dieser Weiterverwertungsmethode. Wenn ihr euch allgemein zum Thema Müllverwertung in Österreich informieren wollt, können wir die Kampagne Rund geht’s empfehlen. Auf dieser Plattform werden kommunale Maßnahmen und Best Practice Beispiele vorgestellt.

Um die Qualität des Komposts zu gewährleisten ist jedoch zu beachten, dass nicht alles in die Biotonne darf, was einmal zum Essen gedacht war. Gekochte und weiterverarbeitete Lebensmittel sowie Milchprodukte, Fleischprodukte und Knochen, gehören in den Restmüll, Öle und Fette müssen zu Problemstoffsammelstellen, um zu Biodiesel weiterverarbeitet werden zu können. Immer wieder kommt es jedoch zu Unstimmigkeiten und man kann nur verwundert den Kopf schütteln, wenn man mal ein Bügeleisen, Plastiksackerl und ähnliches in der Biotonne findet. Oder Abfälle darin landen, die zu Geruchsbildung führen. Hält man sich an die Regeln, kommt es nämlich gar nicht erst dazu.

Die teils schlechte Einwurfqualität, lässt manche daran zweifeln ob ihre Lebensmittelabfälle in der Biotonne gut aufgehoben sind. Andererseits gibt es nicht überall eine Biotonne. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es mittlerweile Alternativen gibt, welche die Kompostierung Zuhause, oder in der Nachbarschaft ermöglichen. Ungewissheiten über die Qualität des Komposts können so ausgeräumt und der dabei gewonnene Dünger kann direkt im eigenen Umfeld verwendet werden, ohne zusätzlichen Transport und Emissionsbildung. Seht euch dazu unser Inspirationsprojekt Wurmkiste und die Story zum Pilotprojekt Gemeinschaftlich Kompostieren an.

Weltweit gibt es gute Beispiele für private Initiativen, die auf kommunaler Ebene Veränderungen bringen. Wie man mit gemeinschaftlichen Kompostanlagen eine ganze Stadt verändern kann, zeigt Jean Jaques Fasquel am Beispiel Paris. Aus einer kleinen Idee wurde ein großes Projekt, das mittlerweile über 80 Gemeinschaftskomposte zählen darf. Müllentsorgung ist teuer und trägt zu Steigerung der Emissionen bei. Durch das lokale Kompostieren der Bewohner:innen selbst, spart die Stadt viel Geld und Treibhausgase ein. Die Kampagne Composter à Paris fördert so die Grundlage für eine kreislauffähigere urbane Gesellschaft. Inspiriert davon gibt es auch in Wien erste Pilotprojekte für Gemeinschaftliches Kompostieren, wie uns Cordula Fötsch vom Verein Gartenpolylog in einem Interview erzählt.

Ein gutes Beispiel für die Umsetzung eines Geschäftsmodells ist die Initiative detroit dirt in den USA, die eine umweltbewusste Zero Waste Gesellschaft anstrebt, indem sie, neben der Produktion von hochwertigem Kompost, auch Umweltbildung betreibt und zu einer Aufwertung von ärmeren Wohnvierteln beiträgt. Aus einer vermeintlich dreckigen Angelegenheit kann also eine unbezahlbare, vielseitige Wertschöpfungskette entstehen.

19.1.2022

Stories Gemeinschaftlich Kompostieren – Kreisläufe im Grätzl schließen

Rund ein Drittel der Lebensmittelabfälle landen im Restmüll und somit auf der Mülldeponie oder in Verbrennungsanlagen. Dabei werden die Bildung von Methangas und Problemstoffen gefördert und beim Transport Treibhausgas erzeugt. Da die meisten Lebensmittel ohnehin schon in und durch die Stadt transportiert werden müssen, könnte man die Reste doch gleich Vorort weiterverwerten und wertvollen Dünger für die Nachbarschaft daraus machen. Cordula Fötsch vom Verein Gartenpolylog hatte die Idee eine Gemeinschafts-Kompostanlage in ihrem Grätzel zu verwirklichen. Der große Vorteil der dezentralen Kompostierung: man braucht kaum Fläche und relativ wenig Materialien zur Umsetzung, produziert aber besten Dünger und spart dabei Transportkosten und Emissionen. Sie hat uns in einem Interview mehr dazu erzählt und ermutigt zum Nachahmen.

Cordula ist Vorstandsmitglied des Vereins Gartenpolylog, der sich auf die Umsetzung von Gemeinschaftsgärten mit interkulturellem Kontext spezialisiert hat. In Gemeinschaftsgärten passiert viel Austausch und das gemeinschaftliche Garteln bietet viele Möglichkeiten, um Umweltthemen zu vermitteln und besser verständlich zu machen, aber auch um sozialen Austausch und den Gemeinschaftssinn zu fördern.

Grundsätzlich geht es bei diesem Projekt darum, das Bewusstsein für Ressourcenkreisläufe zu erhöhen und gleichzeitig die Menschen in der Nachbarschaft zusammen zu bringen, Austausch zu fördern und nebenbei noch guten Kompost herzustellen. Der im Projekt entwickelte Prototyp einer Kompostanlage für den öffentlichen Raum soll als Vorlage für weitere Standorte dienen. Es wurden drei Kompostcontainer in der Markgraf Rüdiger Straße in Fünfhaus installiert wo alle, die mitmachen wollen, den Biomüll entsorgen können. Alle paar Monate wird der Kompost gemeinschaftlich umgeschaufelt und dabei können die Teilnehmer:innen viel Neues über den Prozess des Kompostierens erfahren. Am Ende der Saison wird der Kompost geerntet und verteilt, oder eingelagert bis er gebraucht wird, um z.B. Balkonkisterl, Blumentöpfe, Beete und Baumscheiben zu düngen, oder zu befüllen. Geplant sind auch Workshops für Kinder, um ihnen den Prozess des Kompostierens zu veranschaulichen und die wichtigen Funktionen von Organismen wie z.B. Asseln und Würmern näherzubringen.

Die Idee zu den Grätzelkompostern entstand, weil Gemeinschaftsgärten nicht flächendeckend umsetzbar und sehr aufwändig in der Organisation sind. Daher wurde nach Alternativen gesucht, die auch in dicht besiedelten Orten relativ einfach umgesetzt werden können und trotzdem wirkungsvoll sind, um Abfälle zu vermeiden und das Bewusstsein für Ressourcenkreisläufe zu erhöhen. Gesucht, gefunden. Das Konzept des Gemeinschaftlichen Kompostierens ermöglicht genau das. In Vielen Städten wird dieses Konzept schon angewendet, wie z.B. durch die Kampagne Composter à Paris in Frankreich, oder geschäftlich betrieben, beispielsweise durch compost pedallers in den USA. Seit Herbst 2020 gibt es nun auch zwei Pilotprojekte in Wien sowie die ersten Anfragen und auch Nachahmer, z.B. in Floridsdorf. Das Projekt Essbare Seestadt hat dazu einen Praxis-Baustein entwickelt wie Gemeinschaftliches Kompostieren in der Stadt funktionieren kann und stellt einige Best Practice Beispiele vor.

Bei der Standortwahl gibt es einiges zu beachten. So sollten die Container nicht zu versteckt stehen, um Vandalismus vorzubeugen. Gleichzeitig sollen sie aber auch niemandem im Weg sein, oder öffentliche Arbeiten behindern. Man benötigt gerade mal ein paar Quadratmeter Freifläche. Außerdem sollte der Standort für alle Beteiligten gut und schnell erreichbar sein. Aus Erfahrung kann Cordula sagen, dass die Container innerhalb von drei Gehminuten von den Teilnehmenden erreichbar sein sollten, ansonsten sinkt die Bereitschaft ihren Biomüll hinzubringen.

In Wien hat man über die Gebietsbetreuung Stadterneuerung gute Möglichkeiten bei der Bezirksvorstehung anzufragen ob so ein Projekt möglich wäre. Diese Vorgehensweise hat sich, laut Cordula, bewährt. Ergibt sich jedoch keine Möglichkeit die Container auf öffentlichen Flächen unterzubringen, kann man nach alternativen privaten und halböffentlichen Flächen suchen. Diese Lösung wurde z.B. beim Pilotprojekt in der Seestadt Aspern angewendet. Ist die Genehmigung gegeben, kann man sich an die Umsetzung machen. Die Nachbarschaft wird am besten per Anschlag in den umliegenden Wohngebäuden und über verschiedene digitale Kanäle über das Projekt und Mitmachmöglichkeiten informiert. Alle Teilnehmenden sollten zu Beginn eine Einführung in die Grundregeln des Kompostierens erhalten und es braucht zumindest eine hauptverantwortliche Person, die als Ansprechpartner:in und Kontrolleur:in dient, um z.B. Geruchsbildung zu vermeiden und gute Kompostbedingungen aufrechtzuerhalten.

Das Pilotprojekt wurde durch die Wien-Förderung für Soziale Innovation finanziert. In einem nächsten Schritt will Gartenpolylog Modelle erarbeiten, wie weitere Kompostanlagen entstehen können.

Cordula freut sich über weitere Eigeninitiativen und richtet eine „herzliche Einladung an alle das nachzumachen, die Lust darauf haben. Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter und freuen uns, wenn es bald ganz viele Gemeinschaftskomposte gibt.“

20.1.2022

News Ernährungsraum Wien – Stakeholder Map

Im Rahmen des Projekts Direct Hubs haben wir die Stakeholder des Ernährungsraums Wien zusammengefasst, visualisiert und mögliche Synergien ausgearbeitet: